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Der Schlüssel zur nachhaltigen Grundlagenausdauer…

…braucht Mut zur Langsamkeit

Mir stehen vier Wochen Fuerteventura bevor. Zunächst zwei Wochen private Trainingswochen, anschließend zwei Wochen als Guide für Hannes Hawaii Tours.

Ob ich diesen Inselaufenthalt wirklich als Trainingslager sehe, weiß ich noch nicht genau.
Denn eigentlich bin ich wegen der Sonne hier.
Nach fünf Monaten Winter zuhause, brauche ich ganz ganz dringend Sonne!

2016-03-24 12.05.31
Sonne – Faro de la Entallada

Was ich auch weiß: dieses Trainingslager muss ich anders angehen, als all meine letzten.
Denn nach zwei Trainingslager-Wochen war ich bisher anschließend immer krank. So richtig!
Ich habe viele Fehler gemacht. Zu viel, zu intensiv trainiert, zu wenig Pause, zu wenig gegessen.
Fehler, die typisch sind!
Fehler, die wir erst später merken, weil der Körper schon einiges wegstecken kann.
Weil er diese Belastungen durchaus einige Wochen durchstehen kann.
Er nimmt sich die Regeneration aber nach dieser Belastung auch wieder!
Und wenn wir sie ihm freiwillig nicht geben, dann kommt er mit dem Hammer und nimmt sie sich eben selbst.

Diese Fälle von zu wenig Regeneration, bis hin zu Übertraining erlebe ich jeden Tag auf der Arbeit und ich habe sie auch selbst an mir erlebt.
Ich habe diese Sache mit dem Sport außerdem studiert, wird also Zeit, daraus zu lernen!

Ich werde diese Wochen hier absolute Grundlage trainieren und das heißt: locker und langsam unterwegs sein!
Das ist glaube ich das schwerste am Ausdauersport, das Schwerste an polarisiertem Training:
die langsamen Einheiten auch wirklich langsam zu absolvieren.
Natürlich gibt es auch schnelle, intensive Einheiten – die dürfen dann auch wehtun und hart sein. Aber diese Einheiten machen nur einen Bruchteil unseres Trainings aus.
Der größte Teil findet im GA1 statt.

Training muss nicht immer wehtun.
Schon gar nicht, wenn es sich um Grundlageneinheiten handelt.
Der Trainingsreiz beim Grundlagen-Training kommt durch die Länge der Einheit, nicht durch eine hohe Intensität.
Gefühlt könnte man natürlich schneller radeln, schwimmen, laufen.
Aber wenn man das tut, dann laufen physiologische Prozesse im Körper ab, die wir für den GA-Reiz gar nicht gebrauchen können.
Dann übersteigt beispielsweise die Kohlenstoffdioxid-Produktion die Sauerstoffaufnahme, weil wir vermehrt Laktat bilden und unser Körper das abpuffert.
Das fühlen wir in gewissen Bereichen noch gar nicht, aber es passiert! Und das ist tükisch.
Wenn wir nur nach Gefühl trainieren (möglicherweise noch in einer Gruppe), dann bewegen wir uns schnell in diesem Misch-Bereich. Irgendwas zwischen GA1 und GA2.
Das macht uns im anaeroben Bereich (der Muskulatur steht nicht ausreichend Sauerstoff zur Verfügung) auch besser, ein bisschen besser auch im aeroben Bereich (wir haben genügend Sauerstoff zur Verfügung).
Aber wir (Tri)athleten, die jenseits der Sprintdistanz unterwegs sind, wollen ja hauptsächlich den aeroben Bereich trainieren, weil wir uns dort auch im Wettkampf aufhalten.

Um langfristig eine gute Grundlage zu legen und dem Körper dabei nicht weh zu tun, trainiere ich hier also wirkliches GA1 – nicht irgendeine GA1-GA2-Mischscheiße.
Ich trainiere hier mit gleich schnellen Leuten oder alleine.
Sonst werde ich diese vier Wochen sportlich nicht überleben.
Und das wäre äußerst Schade.

Ach ja und essen! Ganz viel essen!
Denn ohne Benzin, fährt der schnellste Ferrari nicht!
Aber dazu später mehr!

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