Motivation SpreadSport Training Triathlon Wettkampf

Warum Sportler die glücklicheren Menschen sind

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Dass Sport glücklich macht weiß ich schon lange, doch wie gelangt man zu diesem Glück?
Der Schlüssel ist wohl das Erleben der Gegensätze und die Bewegung in der Natur, die unsere Wahrnehmung schärft. Denn in der Natur gibt es nichts, das nicht schön ist.

Als ich vor Kurzem „Der stete Lauf der Stunden“ von Justin Go laß, kam ich mit dem Sport mal auf ganz neue Art&Weise in Berührung.
Es ist ein Roman, der u.a.von der ersten britischen Mount-Everest-Expedition in den 20er Jahren handelt.
Und dabei schafft Justin Go mit seinem Hauptcharakter Ashley Walsingham einen passionierten Bergsteiger und Extremsportler, der die Leidenschaft des Bergsteigens perfekt verkörpert.

Mein Lieblingszitat von ihm:
„Ein dauerhaftes Glück ist mein Glück, denn alles auf der Welt lässt sich nur durch seinen Gegensatz wahrnehmen. Erst die schmerzenden Muskeln verwandeln ein normales heißes Bad in sinnliche Offenbarung.“

Wenn ich darüber nachdenke, fallen mir zahllose weitere Gegensätze ein, die uns der Sport beschert:
Die Ruhe nach der Anstrengung; das Essen nach einem Hungerast; die Abfahrt nach einem langen Anstieg; der Erfolg, nach der Niederlage; die Freiheit nach einer Verletzung.
Der Sport schärft unsere Sinne und lässt uns „einfache“ Dinge viel intensiver erleben.

Ich bedauere oft Menschen, die sich über Kleinigkeiten ärgern, ständig nur jammern und meckern.
Ich frage mich dann immer: Warum lernen sie nicht mit ihren Problemen oder Unzufriedenheiten umzugehen und Lösungen dafür zu finden?
Erkennen Sie denn nicht den Wert des Lebens?
Ich denke, wären diese Leute Sportler könnten Sie es besser!
Denn man kann an den Widerständen wachsen.

Im Buch gibt es eine Passage, die das wunderbar auf den Punkt bringt. Ashley erzählt:
„Es sind die kleinen Dinge, die einen herabziehen: verspätete Züge, verbrannte Desserts, zugige Zimmer.
Ich habe auf keinem Berg so elendig gefroren, wie in einem zugigen Zimmer.
Man kann an Widerständen wachsen, aber die meiste Zeit sorgen wir uns um das verbrannte Dessert.
Man muss wirklich kämpfen um zu erkennen, was das Leben ist und erst dann wird einem bewusst wie völlig belanglos ein verbranntes Dessert ist.“

Dieses Kämpfen lernt man im Sport! Nicht nur, aber vor allem!

Motivation SpreadSport Training Triathlon Yoga

aus dem Dornröschen-Schlaf erwacht

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I start my engine 😉

Kurz vor der Ironman-WM in Hawaii befindet sich ein Großteil der Triathleten gerade in Topform.
Ich nicht.
Hinter mir liegt eine 8-Wochen lange Saisonpause. Ich habe im Cappuccino-Trinken und Füße-Hochlegen geglänzt 🙂
Wobei ich nicht nichts gemacht habe, aber doch relativ wenig. Ziemlich wenig.
Zumindest wenig Triathlontraining.
Der ein oder andere wird aus dem Frankreich-Post entnommen haben, dass es eine neue Liebe in meinem Leben gibt – Yoga.
Ich bin dem Sonnengruß und dem herabschauenden Hund verfallen. Wir lieben uns wirklich. Und ich glaube es ist was für länger 😉

Aber Spaß beiseite. Ich habe Yoga als ein hervorragendes Training für mich entdeckt.
1000 mal besser als jedes Stabi- oder Kraftprogramm, vor dem ich mich bisweilen immer gerne gedrückt habe, obwohl es mir (als ehemalige Turnerin) eigentlich ganz gut liegt, bzw. ich das aus meinem früheren Training kenne.
Aber wird es in der Sportart nicht explizit verlangt, verschiebt man die Einheiten doch immer gerne – manchmal um Monate.
Ich glaube das kennt jeder.

Es ist die Mischung aus Kraft-&Stabilisationstraining, Atemschulung und Beweglichkeitstraining, die es mir wirklich angetan hat.
Nach 30-40 Minuten liege ich wirklich platt auf der Matte, bin völlig ausgepowert und durch den Fokus auf die Atmung doch tiefenentspannt. Das war eine krasse Erfahrung, als ich das erste „Workout“ gemacht habe.

Deshalb habe ich in meiner Pause sehr wohl einiges gemacht und fühle mich muskulär echt fit.
Besonders für Hüftsteifis oder ISG-Schmerzen geplagte Menschen (hallo, liebe Radfahrer :P) wie mich, tut das Training wirklich gut. Große Probleme hatte ich in den letzten Wochen nicht mehr…

Seit Mittwoch bin ich jedenfalls wieder aus meinem triathletischen Dornröschen Schlaf erwacht und starte langsam wieder mit dem Training. Das Schwimmen am Mittwoch war wirklich arg. Ich habe mich selten so langsam gefühlt 😀
Dafür ging das Läufchen heute morgen schon wieder ganz gut, auch wenn meine Lunge mich anfangs noch etwas ausgelacht hat.

Ich freue mich jedenfalls auf einen tollen Laufherbst/winter.
Ich werde mich bei den Laufserien in Jügesheim, Seligenstadt und Goldbach immer mal blicken lassen und habe auch den Mainuferlauf in OF und den Darmstadt-Cross im Hinterkopf – hochmotiviert und voller Vorfreude 🙂

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Zell am See 1.0 – der Weg dorthin

Letzten Dienstag brachen Jui und ich auf, um die Welt zu erkunden. Naja. Fast. Den Süden Deutschlands zumindest. Mit einem Rucksack auf dem Rücken.
Unser Plan: einen Teil der Strecke zu unserem Campingurlaub in Zell am See mit dem Radel zurücklegen.
Die Krux: wir hatten 28 Stunden Zeit, so weit wie möglich zu kommen, bis Jan, der Dritte im Bunde, uns am Mittwochmittag irgendwo mit dem Auto einsammeln sollte.
Wir planten bis Ingolstadt zu kommen: das waren 320 km.

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Tank und Rast 😀

Der Dienstag war ein perfekter Tag zum Radeln. Angenehme 23 Grad und Sonne. Wir starteten in Mannheim und den zwei Schnatterenten auf dem Rad fiel gar nicht auf, wie schnell die Zeit und Kilometer vergingen. Wir fuhren auf schönen Radwegen, aber auch weniger tollen Landstraßen. Wir hielten alle 2-3 Stunden an einer Tanke oder am Supermarkt, um unsere Flaschen aufzufüllen und uns herrlich ungesunde Lebensmittel zuzuführen. Kurzkettige Kohlenhydrate ole ole. Wir mussten wahrhaftig fressen, um die verbrannten Kalorien wieder zu uns zu nehmen und um die 200km zu schaffen, die wir uns vorgenommen hatten.

Das Lustige ist, dass man sich ja immer mal wünscht, einfach alles essen zu können, worauf man Lust hat, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen – ohne Gedanken an einen möglichen Kalorienüberschuss zu verschwenden.

Ist man dann aber in der Situation, dass man sich mal vollstopfen darf, ja sogar muss, dann ist man von sich selbst leicht angewiedert…wie man nur so viel, in so kurzer Zeit essen kann und wie ungesund 😀 Teufelskreis!

Die Zeit verflog wie gesagt und erst nach 150 Kilometern legten wir eine längere Pause ein, in der wir irgendwo in einem Dorf hinter Schwäbisch Hall leckere Spätzle (fr)aßen.

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nach 150km vergisst man manche Manieren 😛

Nach diesem Stopp ging es dann etwas schwerfälliger wieder aufs Rad. Gut, dass wir uns dazu entschlossen hatten, so lange mit der Pause zu warten, wie es nur ging. Denn jetzt merkte man, wie müde die Beine schon waren und wie sehr man sich eigentlich sehnte, aus dieser engen Radhose auszubrechen.

Aber gut – 50 Kilometer lagen noch vor uns und gerade mit Einbruch der Dunkelheit erreichten wir unseren Homestay in Lauchheim, hinter Aalen.

Die reine Fahrtzeit waren ca. 8 Stunden. Das Suchen und Nach dem Weg fragen, nahm (trotz sorgfältiger Routenplanung im Voraus) allerdings mehr Zeit in Anspruch, als wir es kalkuliert hatten, deswegen waren die letzten Meter auf einer riesen Bundesstraße schon etwas heikel, weil düster.
Wir mussten wieder einmal feststellen, dass die Radwege in Deutschland miserabel ausgeschildert sind. Oft blieben uns einfach nur die Land- und Bundesstraßen, mit den verständnisvollen (hahaha!) Autofahrern.

Am Mittwochmorgen traten wir dann den Endspurt an. Nach viel Essen und gutem Schlaf in unserer Bed and Breakfast-Unterkunft standen noch 120 Kilometer auf dem Programm. Dass diese kein Spaß werden würden, ahnten wir spätestens dann, als unsere Hintern zum ersten Mal den Sattel berührten. Heilige Scheiße 😀

Wir hatten beide noch nie solche Schmerzen mit unserem Sitzfleisch. Nach 30 Kilometern steuerten wir die erste Apotheke an, um uns mit Zinksalbe zu versorgen. Das war schön und gut, aber ein Wunder bewirkte die auch nicht. Da half im wahrsten Sinne des Wortes nur noch: Arschbacken zusammenkneifen^^

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Nach 50 Kilometern taten dann auch zunehmend meine Schultern weh. Die Schotterwege der ‚wunderbaren Radwege‘ begünstigten diese Situation dann auch nicht wirklich. Und die Achillessehne schmerzte schon seit Kilometer 100 am Vortag. Unsere Freude übers Radfahren hielt sich an diesem Tag arg in Grenzen, obwohl wir landschaftlich eine wirklich schöne Strecke fuhren. Doch auch die Anzahl der gesprochenen Worte pro Stunde sank auf ein bedenkliches Tief.

Kurz gesagt: wir schafften in der angepeilten Zeit nur 100 Kilometer, deshalb baten wir Jan, uns noch 20km entgegenzufahren und uns ein Stück vor Ingolstadt abzuholen.

28 Stunden nach Antritt unserer Tour und 300 Kilometer später krochen wir also ins Auto und fuhren den Rest der Strecke nach Zell – motorisiert.
Mit etwas mehr Sauerstoff im Hirn konnten wir nach einer Stunde schon wieder lachen und reden. Hihihi.
Mal wieder eine sportliche (Grenz-)Erfahrung, die uns keiner mehr nehmen kann – auf zwei Rädern, die die Welt bedeuten <3

Danke Jui für die tolle Reise, danke Jan, dass du uns überall geholt hättest, danke liebes Rad, dass du mich so weit trägst 🙂

Zell 2.0 mit WM-Impressionen folgt 😉

angekommen in Zell
angekommen in Zell
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Mit dem Rad Richtung Zell am See

IMG_20150824_140604„Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren“, das wusste schon John F. Kennedy.
Und weil er damit einfach recht hat, werden Jui und ich uns mit einem Rucksack auf dem Rücken und einem Rad unterm Hintern morgen auf den Weg Richtung Zell am See machen.

Irgendwo unterwegs wird uns der liebe Jan dann einsammeln, wenn er mit dem Auto nachkommt zu unserem Camping-70.3 WM-Urlaub.

Mal schauen, wie weit wir kommen. Ob wir den Weg finden und wie das Wetter so wird 😉
Auf ein gutes Abenteuer und auf dass wir ein bisschen was zu erzählen haben 🙂

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viel unterwegs, gerade aus Salzburg zurück

Seit dem Bundesligawettkampf in Düsseldorf bin ich so unglaublich viel unterwegs gewesen, dass ich heute das erste Mal Zeit habe, die vergangenen vier Wochen revue passieren zu lassen.

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noch angeschlagen war ich in Düsseldorf nur Zuschauerin

Nach den Rennen im Kraichgau und Darmstadt war bei mir sportlich gesehen die Luft erstmal draußen. Ich war zwei Wochen krank und dann stand die Klausurenphase in der Uni auf dem Programm, sodass ich erst seit zwei Wochen wieder so richtig im Training bin.

Nach meinem Zwischenfazit stand für mich eines fest: im Schwimmen muss was passieren. Ich brauchte dringend professionelle Hilfe 😉 Die habe ich mir geholt und so arbeite ich nun seit drei Wochen explizit mit Vito an meiner Schwimmtechnik. Das wirkt sich aufjedenfall schon positiv an meiner „Lust aufs Schwimmen“ aus – und wird sich mit Sicherheit auch bald an den Ergebnissen bemerkbar machen.

Ansonsten habe ich viel Zeit mit Büchern (und der besten Lerngruppe, die man sich wünschen kann ;)) auf dem Campus verbracht. Habe gearbeitet und war viel mit Patrick unterwegs.

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mit Melone und Eis für die Klausuren gewappnet 🙂

Mal hier Kaffeetrinken, mal da Stand-up-paddeln, ein Abend im Park verbringen und dort mal Eisessen gehen. Ein Geburtstag hier, eine Feier da. Beim Ironman Frankfurt oder beim Römerman in Ladenburg zuschauen… es gab immer was zum „unterwegs sein“.

Es tut irgendwie gut, das „Sportding“ mal nur nebenher laufen zu lassen und gleichzeitig fehlt einem schon etwas.

Eine coole Sache war auch, dass ich (durch den Grundkurs in der Uni) wieder verhältnismäßig viel geturnt habe – sowohl im Grundkurs, als auch beim adh-cup in Karlsruhe. Toll, dieses Bewegungsgefühl zu erleben und festzustellen, dass man doch noch vieles beherrscht. 10 Jahre Turnen hinterlassen halt schon Spuren 😉

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adh-cup Karlsruhe die Goethe-Uni-Mädels 🙂

Und nachdem ich alle Klausuren und Prüfungen für dieses Semester absolviert hatte, war ich dann in den vergangenen Tagen mit Patrick bei Manuel&Edith in Salzburg. Ein paar knackige Trainingseinheiten in den Bergen absolvieren.

Wir sind im Fuschlsee geschwommen, was der absolute Traum fürs Freiwasserschwimmen ist. Klarer und sauberer kann das Wasser kaum sein und umgeben von Bergen, freut man sich bei jedem Atemzug über die tolle Kulisse.

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der Fuschlsee

Und Radfahren in den Bergen – dazu braucht es sowieso kaum Worte. Berge zu besteigen oder mit dem Fahrrad zu erklimmen ist einfach unbeschreiblich. Der Schweiß und die Schmerzen, die man auf dem Weg nach oben zurücklässt, werden durch die Aussicht entlohnt.

Und auch das Gefühl, wie unbedeutend und klein man doch im Verhältnis zu diesen riesigen Bergen, Seen und Landschaften ist – ist einzigartig.

Ich bin zum Fuschlsee und zum Königssee gefahren, auf die Postalm, vorbei am Wolfgangsee…wobei die Postalm-Runde wohl eine der härtesten Touren war, die ich bisher gefahren bin. 2.400 Höhenmeter auf 110 Kilometer. Wobei 800 Höhenmeter innerhalb von 8 Kilometern hoch zur Postalm zu bewältigen waren.

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von Salzburg nach Deutschland zum Königssee 😉
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die Auffahrt zur Postalm – ein Blick zurück

Aber auch hier entschädigte der Blick, die Sonnenstrahlen und vorallem die Abfahrt ins Tal.

Oder auch Ediths selbstgemachte Marillenknödel nach der Tour 🙂

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…die haben wir uns verdient 😉

Nun bin ich wieder zuhause. Meine Beine und ich genießen zwei Ruhetage, ehe es am Wochenende zum Saisonfinale nach Tübingen geht.

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Kleines Zwischenfazit eines großen Abenteuers

So schnell geht’s. Schwupps die schwupps ist die erste Hälfte der Saison schon vorbei. Zeit für einen kleinen Rückblick auf unser großes Abenteuer.

Der traditionelle Auftakt beim Kinzigtal Triathlon in Gelnhausen verlief erfreulich. So ein erstes Rennen ist ja immer spannend. Man trainiert sich ein halbes Jahr vorher dumm und dämlich, weiß, dass man fit ist und will dementsprechend natürlich gute Zeiten sehen. Ob das dann auch wirklich so klappt, ist die andere Frage.

julia und lauso
Vorstart-Lächeln

Im Rad und Laufen war ich wirklich zufrieden. Auf dem Rad hatte ich ordentlich Druck in den Beinen und beim Laufen eine für mich bis dato Bestzeit im Triathlon zu verbuchen.

Bei der Analyse vom Schwimmen kam ich für mich nicht so glimpflich davon. Ich wusste beim besten Willen nicht, was diese mieserablen 8:44 Minuten zu bedeuten hatten.

Okay, es war arschkalt beim Start und ich vielleicht nicht aufgewärmt genug? Ich hatte überwiegend in einem 25er Becken trainiert, vielleicht war es auch der Umstieg auf die 50er Bahn…

Naja. Mal schauen wie es schwimmtechnisch so weitergeht, dachte ich mir.

Mit einem 6. Gesamtplatz war ich aber doch zufrieden und verbuchte den Saisonauftakt als Erfolg.

Das Wochenende drauf kam es dann zum Showdown in Buschhütten. Und das war wirklich ein sehr besonderes Wochenende. Bundesligastart.

Der kleine TV Bad Orb zwischen Olympiastartern und Weltcupsiegern. Ohweia 🙂

Ich hatte noch Schonfrist und war heilfroh mir das Spektakel nach meinem Start in der offenen Wertung erstmal von außen anzuschauen.

Vom Schwimmen der vorigen Woche in Gelnhausen angefressen, wollte ich jetzt einiges gut machen. Und das gelang mir auch. 8:23 Minuten an der Wechselmatte bedeuteten eine Zeit kanpp unter 8 Minuten im Becken und das freute mich doch sehr.

Buschhütten (8)
swim

Was in Gelnausen noch gut lief – das Radfahren – wurde dafür jetzt zur Katastrophe. Ich war müde von der zwischenzeitlichen Trainingswoche und das merkte ich auf dem Rad. Aber darüber machte ich mir keine Gedanken. Dass ich eigentlich Radeln kann, weiß ich. Naja und mit müden Beinen läuft es sich halt auch nicht ganz so flux. Aber ich sammelte trotzdem noch einige Läuferinnen ein.

Buschhütten (1)
der Druck in den Beinen fehlte

Top 10 overall am Ende ging völlig in Ordnung und der Grund warum wir eigentlich angereist waren, waren ja die Bundesligawettkämpfe. Und die haben mächtig Gaudi gemacht.

Als Format mussten die Mädels im Teamwettkampf ran. 300 m Staffelschwimmen, 20 km Rad mit Windschattenfreigabe und 5 km Laufen. Schieben, Ziehen, Drücken, Schreien, Fluchen, Anfeuern – alles erlaubt. Und als der Startschuss im Buschhüttener Schwimmbad ertönte war das schon ein tolles Gefühl. Der Startschuss für eine aufregende Saison. Der Startschuss, der die lange, harte Vorbereitung und das Warten aufs Kräftemessen beendete.

All out!

Was mit diesem Startschuss aber auch verbunden war und uns die ersten zwei Bundesliga-Rennen begleitete (und auch die letzten zwei Rennen begleiten wird), war eine gewisse Ernüchterung.

Im Schwimmen können wir halt im Vergleich zu den anderen Mädels NIX. Rein gar nix.

Und diese Feststellung ist schon bitter.

Wir wussten, dass wir wahrscheinlich als letzte aus dem Wasser steigen würden. Das war uns allen klar, als wir die Zeiten der letzten Jahre in der Vorbereitung analysierten.

Aber dieses „wahrscheinlich“ lässt halt doch noch Platz für kleine Träume.

Und die zerplatzten spätestens als man sah, dass Elli (unsere beste Schwimmerin) schon nach 50 m im Pool deftig abgehängt wurde. Krasser Scheiß!

Dass wir uns persönlich im Schwimmen diese Saison wahrscheinlich alle verbessert haben und es für uns das Maximale war, das wir leisten konnten – scheint da irgendwie nebensächlich.

Auf dem Rad gaben die Girls dann ordentlich Gas und auch beim Laufen musste sich keiner schämen. Aber dieses Schwimmen hängt einem wie ein Klotz am Bein. In der Bundesliga musst du eine brutale Schwimmerin sein, ansonsten hast du verloren!

Das Format mit Windschattenfreigabe macht den Triathlon zu einem anderen Sport. Ein Sport, in dem es egal ist, ob man stark auf dem Rad ist oder gut laufen kann. Es ist der Sport, in dem du verlierst, wenn du als letzte aus dem Wasser kommst und keine Radgruppe mehr erwischst.

Und wir kamen bisher immer als letzte aus dem Wasser – somit haben wir sportlich das Rennen schon verloren, bevor es richtig angefangen hat.

Das mag sehr negativ klingen. Aber wie gesagt haben wir uns mit diesem Gedanken schon während der gesamten Vorbereitung angefreundet und den Ausflug in die Bundesliga deshalb auch stets als „Abenteuer“ betitelt.

Es ist ein Abenteuer in einer anderen Sportart. So kann man es eigentlich schon sagen.

Aber trotzdem ist es mega cool, mit all den Weltstars an der Startlinie zu stehen.

Deshalb überwog auch die Freude im Ziel in Buschhütten. Dass man dabei war, die Premiere gemeistert hat und einfach ein Teil von dem ganzen Trubel war.

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die stolzen Mädels beim Zieleinlauf

Und man darf auch nicht vergessen, dass wir – egal wie professionell wir das ganze betreiben – immer noch Hobby-Athleten sind! Wir haben alle einen Job oder ein Studium zu meistern – oder beides.

Während die Profis sich nach einer harten Einheit erholen könne, müssen wir auf die Arbeit.

Das ist gar nicht schlimm, nur muss man es sich einfach mal bewusst machen, um all die erbrachten Leistungen richtig einzuordnen.

Eine Woche später entschied ich mich spontan mein drittes Rennen innerhalb drei Wochen zu absolvieren – den Kinzigman in Langenselbold. Sprint. Kurz. Knackig. Mega schön.

Und das ist bekanntlich immer der erste Triathlon im Jahr, in dem man im See schwimmt – im wunderschönen Kinzigsee.

Zusammenfassend verlief es wie in Gelnhausen. Schwimmen: naja, Wechsel: top, Rad: gut, Wechsel: top, Laufen: super gut.

Mein Split beim Laufen (5km) betrug exakt 22:00 Minuten. Um 45 Sekunden die Bestzeit von Gelnhausen pulverisiert. Yihaaa. Läuft bei mir 😉

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Zieleinlauf beim Kinzigman

Overall 6. Die Top 10 sind mir diese Saison gewogen 🙂

Ich ging nach diesen drei Wettkampfwochen aufjedenfall mit einem guten Gefühl in den Endspurt und Feinschliff für meinen ersten Bundesligastart im Kraichgau.

Drei Wochen mit Fokus aufs Schwimmen und knackigen Koppeleinheiten.

Und ja, dann war es auch schon so weit. Das Kraichgau-Wochenende stand bevor und ich habe es wirklich in vollen Zügen genossen.

Anreise am Freitag mit kurzer Vorbelastung bei schweißtreibenden Temperaturen.

Samstag den ganzen Tag im Hotel verbracht, um der Sonne zu entgehen und fit für das Rennen am Abend zu sein.

Kraichgau (3)
Team <3
Kraichgau (6)
wuhuuu – hier hat jeder sogar sein eigenes Namensschildchen 😉
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fertig tätowiert

Und bäääm – der Startschuss. Die ersten 100 Meter konnte ich beim Schwimmen dran bleiben und dann lief alles nach Plan 😀 wir Orber Mädels schwammen 650 Meter gemeinsam als letzte hinterher.

schnelle Beine
schnelle Beine

An den Füßen von Julia stieg ich mit 1:10 Minuten Rückstand aus dem Wasser. Und scheiße war ich blau. In der Wechselzone konnte ich mich nichtmal daran erinnern, dass man besser erst den Helm aufsetzt und dann erst das Rad nimmt. Aber die Leute schrien es mir von außen zu. Echt lustig, wie man sich in 13 Minuten im Wasser abschießen kann. Dann sah ich auf dem Boden nicht mal die Linie an der ich aufs Rad steigen durfte – aber auch das schrie man mir von außen zu 😀

Die ersten zwei Runden auf dem Rad dachte ich, ich fahr gleich in den Graben, aber dann wurde es besser…

Mit Ann konnte ich gemeinsame Sachen machen und wir fuhren die 20 km zu zweit in 33:22 Minuten (die Spitzengruppe fuhr das mit 20 Leuten in 28:15 Minuten).

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Ann und ich auf dem Rad

Beim Laufen lief ich das für mich Mögliche – 22:09 Minuten.

Im Ziel war ich einfach nur erledigt. Ich dachte, ich könnte nie wieder aufstehen, so hat es sich angefühlt.

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K.O.

Der für mich schnellste Wettkampf bisher. Zum Saisonhöhepunkt konnte ich alles abrufen und mich so richtig abschießen. Well done.

Der Blick auf die Ergebnisliste ist dann doch wieder ernüchternd. Mit einer für mich mega zufriedenstellenden Leistung – tatatataaaa: Letzte. Ohweia 😀

Aber das war und ist mir egal.

Das wusste ich vorher und das ist auch nicht der Grund, warum ich gestartet bin.

Ich bin wahrscheinlich die stolzeste Letzte, die jemals ins Ziel gekommen ist 😉

Es war einfach diese megamäßige Herausforderung. Der Plan, sich zu verbessern, 6 Monate hartes Training und 4 atemberaubende Wettkampf-Wochenenden in ganz Deutschland. Mit allem was dazu gehört und dem Besten, was die Sprintdistanz in Deutschland zu bieten hat.

JUST BE PART OF IT

Und als wäre diese körperliche und emotionale Reizüberflutung nicht schon genug, fragte mich Adi, als ich nach einer Stunde endlich wieder ansprechbar war, ob es arg schlimm wäre, wenn ich morgen für das zweite Team in Darmstadt aushelfen würde…

Ich musste erstmal was essen, aber danach sagte ich zu. Klar, wir sind ein Team!!!

12 Stunden nach dem härtesten Rennen meines Lebens stand ich also beim Woogsprint in Darmstadt an der Startlinie und freute mich immer noch meines Lebens.

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Nummerngirl – das Problem bei Zweifachstart 😀

Die Zeitstrafe, die wir wegen zu spätem Einchecken bekamen, nahm ich wohl am lockersten hin.

Das Rennen heute war Zugabe.

Und zwar eine sehr gute, wie sich danach herausstellte.

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Zugabe am Woog

Solides Schwimmen, ordentliches Radfahren, super Lauf. Ohne die Zeitstrafe von einer Minute wäre ich 3. gewesen. Mit der zusätzlichen Minute 6.

Wunderbar!

Die Zeit für dieses längst überfällige Zwischenfazit habe ich gefunden, da ich seit einer Woche völlig ausgenockt und mit einer miesen Erkältung im Bett verbringe.

Aber wenn ich die vergangenen Wochen gerade mal Revue passieren lasse, dann hat mein Körper jedes Recht dazu mal die Notbremse zu ziehen. War ja nicht gerade entspannt 😉

Leider fällt damit auch mein Start am Wochenende beim 3. und vorletzten Bundesliga-Rennen ins Wasser.

Aber Gesundheit steht über allem und ich muss erstmal wieder fit werden, um den letzten Teil der Saison so gut zu beenden, wie der erste sich angelassen hat 🙂
Nach Regen kommt Sonne 😉

P.S.: Respekt, wer das bis zum Ende gelesen hat :)))))

Bad Orb Shooting (30)
juhuuu
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stay THR33KY 🙂
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TV Bad Orb
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Saisonstart

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Letzten Sonntag bin ich bei unserem Heimwettkampf in die Saison gestartet.
Als 6. overall (1. AK) bin ich ganz zufrieden 🙂
Auch wenn das Schwimmen katastrophal war, hatte ich gut Druck auf meinem neuen Flitzer und Laufen ging auch ganz gut.
Ich freu mich auf die nächsten Wettkämpfe.

Aber nicht nur wettkampftechnisch ging es los.
Die Woche zuvor hatten wir Team-Fotoshooting und sind komplett mit Kiwami und Cube-Klamotten eingekleidet worden. Mit den neuen Rädern ging es außerdem zum Bikefitting. Dank Tilo sitzen wir jetzt richtig 😉

Am kommenden Wochenende geht es dann zum Bundesligaauftakt nach Buschhütten.
Der Teamsprint steht für die Mädels an.
Als Ersatzfrau starte ich morgens in der offenen Wertung und drücke später alle Daumen 🙂

Vorfreude ist die schönste Freude…

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Bilder im Kopf

Vor 14 Tagen sind wir alle in Frankfurt hochmotiviert ins Flugzeug gestiegen, um uns auf Lanzarote den Schliff für die anstehende Saison zu holen.
Die zwei Wochen sind vorbei und es wird Zeit zu resümieren, auch Zeit über ein Gefühl nachzudenken, das man nur im Trainingslager erlebt. Und Zeit zu fragen, was bleibt.

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Ein Tag im Mikrokosmos Trainingslager dauert viel länger, als ein All-Tag. Und was wesentlich bedeutsamer ist: er ist viel intensiver! Auch auf Lanzarote.
Intensiv, weil man sich stets bemühte, den Kopf und Körper in Einklang zu bringen.
Es fing beim Aufstehen an. Wie fühlt man sich? Tut irgendwas weh? Hat man Muskelkater oder schwere Beine? Man checkt die Motivation. Freut man sich auf den Tag? Kann es losgehen?
Während der Schwimmeinheit tastete man sich an eine grobe Prognose der Tagesform ran. Schwimmt man das Programm locker ab oder fällt einem jeder Armzug schwer? Wird es ein zäher Tag oder läuft es wie von selbst? Beides gab es!
Das Frühstück war dann die erste Belohnung und gleichzeitig die wichtigste Grundlage für den Tag. Eier, Speck, Gemüse, Brot, Pfannenkuchen, Joghurt, Obst. Von allem. Reichlich.Ein, zwei Stündchen verdauen und ab aufs Rad.

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Hier begegnete man dem intensivsten Part. 4, 5, 6 Stunden auf zwei Räder, die die Welt bedeuten – mit zwei Beinen, die immer schwerer werden, einem Hintern, der immer empfindlicher wird. Und einem Kopf, der den Körper steuert und die umliegende Natur aufnimmt.
Man verspürt während langen Ausfahrten auf der einen Seite enorme Anstrengungen und auf der anderen Seite ein unbeschreibliches Glück und das Gefühl mit der Insel zu verschmelzen.
Es ist das Gefühl jeden Stein am Wegesrand zu kennen und jeden Anstieg mit Kraft und Wille gemeistert zu haben. Jeden Hubbel in seinem Hintern gespürt und gegen alle Windböen erfolgreich angekämpft zu haben. Man weiß, dass jeder Sonnenstrahl die Abdrücke der Radklamotten eingebrannt und die Schweißperlen von der Stirn hat rinnen lassen.
Dieses Wissen ließ die Feuerberge noch kontrastreicher erscheinen, das Meer noch blauer und die Aloe Vera Pflanzen vor Orzola  noch stärker leuchten, den Wind und die Sonne noch intensiver wahrnehmen.

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Jede Ausfahrt ist und bleibt ein Abenteuer und auch eine winzig kleine Fahrt zu dem „Sich-selbst“, das man im Alltag vielleicht manchmal verliert.
Du weißt (im wahrsten Sinne) nie, woher der Wind weht. Du weißt nie, wie fit deine Beine sind oder wie hart du heute zu dir selbst sein musst. Du bist einfach eins mit der Natur und kämpfst nur ums „Überleben“, ums Ankommen. Weit weg vom Alltag. Mit viel Zeit – mit dir.

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Eines der schönsten Gefühle war dann das Ankommen. Die Dusche wäscht den Sand von Armen und Beinen, den der Wind in Famara hinterlassen hat. Die Orangen, Schokolade, Oreo-Kekse oder der Salat schmeckten saftiger und leckerer als sie es sonst getan hätten.
Besonders, nachdem zwei Engel das Problem der Oreo-Knappheit durch einen Massenkauf für immer beseitigt haben.
Nach einem ausgiebigen Abendessen fiel man mit einer angenehmen Schwere ins Bett, die einen schnell ins Land der Träume beförderte. Ehe ein neuer Tag begann. 14 Mal.

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Im Grunde haben wir auch in diesem Trainingslager nichts getan, außer unsere Grundbedürfnisse zu befriedigen: wir haben uns angestrengt, ausgeruht, gegessen, getrunken und geschlafen. Das getan, was im Alltag eher nebenbei passiert. Uns zwei Wochen nur darauf konzentriert.
Und das macht einen so glücklich, lebendig und stark – obwohl man immer müder wird und es nichts anderes weit und breit gibt.

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Dieses Gefühl würden wir niemals erleben, wenn wir mit dem Auto irgendwohin reisen würden. Wir würden Landschaften trotzdem schön und bewundernswert finden können – als Radfahrer erleben wir sie aber wesentlich lebendiger und lieben sie viel mehr, als es andere Leute je können werden.

Was festzuhalten bleibt: wir konnten alle mindestens unser geplantes Trainingspensum erfüllen, hatten dabei traumhafte Bedingungen und viel Spaß. Wir sind unserer Topform ein bedeutendes Stück näher gekommen und wissen für die kommenden Jahre, welch entscheidende Rolle ein ausreichender Vorrat an Oreo-Keksen spielt…

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